Home
Konflikt
Selbsthilfe
Service
Buecherliste
Dies und jenes
Links
Inhalt
Kontakt
Ueber mich
forum

Zu meinem Gästebuch:
klicken Sie auf die Blume


 

Webseite erstellt von:
Ruth Gall

Zum Impressum geht's hier lang: Impressum

Letztes Update:

03.02.2010

     

Geschichten zum Schmunzeln 

Auch mein Leben besteht nicht nur aus Schwiegermüttern. Ab und zu habe ich einen Anfall von Humor und schreibe dann kleine Geschichten oder Gedichte zum schmunzeln und oder zum Nachdenken. Ich hoffe sie können sich darüber freuen.

Inhalt:

  Wenn Sie mehr lesen wollen empfehle ich Ihnen die Seiten meiner Partnerin Steffi Melakka:

 


Schwiegermutterwitz

Ein junges Ehepaar liegt gemeinsam im Bett. Sie sagt zu ihm: "Sag mal Liebling, nun war unsere Hochzeit vor über einem Jahr. Seit der Feier ist Deine Mutter immer noch bei uns zu Gast. Meinst Du nicht, es wäre an der Zeit, dass sie wieder abreist?" Darauf fährt er hoch und kreischt: " MEINE Mutter?!?! Ich dachte es wäre DEINE." 


Das Y2K Problem

Es stimmt, laufend wurden wir in der Presse, im Rundfunk und Fernsehen von allen möglichen und unmöglichen Menschen vor dem Y2K Problem gewarnt. Wie ich heute, nach beinahe zwei Tagen Erfahrung damit sagen kann, noch viel zu wenig! Dabei ist das Problem, ob ich mit den 100 Litern Wasser in den Gießkannen neben der Toilette noch die Blumen im Wohnzimmer gießen kann, oder ob ich das aus hygienischen Gründen lieber lasse, noch das geringste.

Mehr Sorgen machen mir da schon die 50 Wasserkanister a 20 Liter, die überall rum stehen und doch etwas schwer und umständlich zu Händeln sind. Und wo bitte soll ich die 26 Taschenlampen plus 26 Familienpakete Reserve-Batterien unterbringen, die ich an allen strategisch wichtigen Plätzen im Haus verteilt habe, incl. der an den Taschenlampen befestigten Lawinenpiepsern, um bei Stromausfall die Dinger auch wieder zu finden. Die 100 kg Stumpenkerzen (wegen der besseren Standfestigkeit) kann ich ja immer mal gebrauchen, denn Kerzenlicht ist ja auch schön heimelig. 

Als äußerst problematisch erwies sich in der Vorplanung bereits die Unterbringung der drei Paletten Dosengerichte. Im Supermarkt gab's bei Kauf eines 12er Kartons mit drei verschiedenen Menüs (Linseneintopf, Erbseneintopf und Ravioli) 10 % Rabatt gegenüber dem Einzelkauf. Durch geschicktes Verhandeln mit dem Marktleiter ist es mir letztendlich gelungen noch mal einen Nachlass von 5% bei Abnahme einer ganzen Palette heraus zu schlagen. Die Konserven haben eine MHD bis August 2002 und so kann ich bei drei warmen Mahlzeiten in der Woche, ergänzt durch Knäckebrot, Notkekse und Astronautennahrung plus 3mal täglich Multivitamine bis eben August 2002 locker überbrücken. Runterspülen kann ich das ganze mit 30 Kästen Mineralwasser und dem Aufguss von 10 Kilo Teeblätter. 

Und wenn ich die Konserven und das Teewasser auch noch auf meiner neuen Einzelkochplatte mit dem Notstromaggregat zubereite, dazu die Glühbirnen durch die Taschenlampen und Kerzen ersetze, hat sich das Aggregat schon bis August 2002 zur Hälfte bezahlt gemacht. Es ist auch zwingend erforderlich, dass ich diese Vorräte ganz abbaue, denn zum einen will ich doch keine guten Nahrungsmittel wegwerfen, hier würde nicht zuletzt meine schwäbische Seele nicht unerheblichen Schaden nehmen, zum Anderen aber muss ich noch bis zum November 2002 den privaten Kleinkredit zurückzahlen, der durch die Vorsorge für das Y2K Problem notwendig wurde und an Zins und Tilgung mein Haushaltsgeldbudget bei weitem überschreitet. 

Schließlich war nicht nur für ausreichend Nahrung zu sorgen im evtl. Notfall, sondern erschien es mir ratsam auch sämtliche Haushaltsgeräte durch solche zu ersetzen, die mit dem Zertifikat "Jahr 2000 fähig" ausgeliefert wurden. Was mich nun furchtbar ärgert ist die Tatsache, dass hier in keinster Weise ausführlich darauf hingewiesen wurde, wie groß das Y2K Problem und seine Auswirkungen wirklich sind. Wer hat mir schon gesagt, dass ich mir nun bis November 2002 kein frisches Obst und Gemüse kaufen kann? Zum einen weil ich die Vorräte aufbrauchen muss, zum andern aber weil mir zwecks Kleinkredit kein Geld mehr übrig bleibt um so was zu kaufen. Keine Milch mehr, nur das Trockenmilchpulver aus dem Beutel, kein Fleisch, nur der Speck im Erbseneintopf usw. usw. 

Da hätte man mich doch genauer aufklären müssen! Aber das ist nun mal wieder typisch für die Mentalität hierzulande. Keiner hat das Y2K Problem richtig ernst genommen und sich um den kleinen Mann gekümmert. Nur ich habe mich ernsthaft damit befasst und in Eigenregie vorgesorgt für den Ernstfall. Aber dennoch habe ich nicht mit solchen Auswirkungen gerechnet. Ist nur gut, dass wir wenigstens etwas gewarnt waren und ich durch meine Vorsorge doch nicht ganz so hart getroffen wurde als diejenigen, die das Y2k Problem gänzlich ignoriert haben. Und denen, die da gesagt haben, es wäre nicht so schlimm, denen werde ich bestimmt nie mehr was glauben! 


Vorurteile? - Ich doch nicht

Es war im letzten Dezember des vergangenen Jahrhunderts, als mein Mann und ich zusammen in der Stadt und auf dem Christkindläsmarkt waren. Es hatte ein wenig geschneit und die Stimmung war wie bestellt. Weihnachtslieder dudelten überall aus den Ständen. Es roch nach dem Glühwein, den mir an dem Frankfurter Würstchenstand einer über meinen Mantel gekippt hatte. Kurz um, wir hatten unseren Bedarf an Adventsromantik ausreichend gedeckt und machten uns auf den Weg aus dem Gewühl in Richtung Bushaltestelle.

An der Ecke mündet der Markt in eine breite Einkaufsmeile und wir gingen darauf zu. Wir sahen, wie zwei Männer, sie trugen dunkle ausgebeulte Hosen und abgewetzte braune Lederjacken, miteinander tuschelten und ständig die Strasse, in die wir einbiegen wollten beobachteten. Die sahen im Gesicht so ganz Ostblock mäßig aus. "Uih, das sind bestimmt zwei Taschendiebe von der Russenmafia, " sagte ich zu meinem Mann. Der nickte mir nur zu, und legte seine Hand hinten auf die Gesäßtasche, wo er immer seine Geldbörse hat. Wodurch er beim gehen aussah, als hätte er einen schweren Hexenschuss. Ich selbst nahm meine Geldbörse aus der Handtasche und stecke sie mir vorne in die Hosentasche. Die Trageriemen der Handtasche wickelte ich mir fünfmal um den Arm und klemmte sie mit dem Ellenbogen an meinen Körper. Worauf ich krumm ging, als hätte ich Seitenstechen oder eine Nierenkolik.

m weiten Bogen gingen wir im Galopp an den beiden augenscheinlichen Verbrechern vorbei. Da kamen ja noch zwei so verwegene Gestalten aus einer Seitenstraße, so angezogen wie die ersten, mit einem schmuddeligen Dreitagebart. Schnell wechselten wir wieder die Straßenseite um den beiden Schwerverbrechern unberaubt zu entkommen. So aus dem Augenwinkel sahen wir noch wie sich die vier Männer zusammenstellten. Wahrscheinlich um ihre Beute zu teilen und weitere Schadtaten auszuhecken, dachte ich.

Puh - endlich hatten wir das untere Ende der Straße erreicht und konnten der Bedrohung entfliehen. Gerade um die Ecke gebogen hörten wir auf einmal ein russisches Volkslied - wunderschön gesungen, fast wie vom Donkosakenchor. Wir hielten inne und lauschten der schwermütigen Melodie. Irgendwie musste der Gesang aus der Straße kommen, der wir gerade entflohen waren. Langsam gingen wir zurück und sahen nach ein paar Metern eine Menschtraube zusammenstehen, aus deren Inneren die schöne Melodie kam. Vergessen waren die Russlandmafia und die finsteren Gestalten. Wir drängelten uns näher um einen Blick auf die Sänger der bezaubernden Weise zu erhaschen. Und da standen Sie. 

Alle vier die wir vorher als Strauchdiebe und brutale Schwerverbrecher erkannt hatten. - Und sie sangen traumhaft. Vom Baikalsee, von den schwarzen Augen, vom Abendglöcklein. Wir vergaßen alles um uns herum und ließen uns von den Musikstücken fesseln. Der Sänger mit dem Bass war ein ganz sympathischer Mensch, hatte fröhliche und wache Augen. Sein Vollbart ergänzte das Bild vom Russischen Winter, von den Weiten Sibiriens. Ja - und wie bubenhaft verschmitzt konnte der Kleine mit seiner hellen Stimme lachen. Mann, waren das nette Männer - keine Spur von den bösartigen abschätzenden Blicken, die wir sonst so von den typisch, leicht zu erkennenden Russland- oder Polenbewohnern gewöhnt waren.

Lange standen wir andächtig lauschend da, bis die vier wunderbaren Gesangskünstler ihr gesamtes Repertoire dargebracht hatten. Eine CD mit den schönsten Liedern haben wir auch noch erworben, um uns für zu Hause den Kunstgenuss zu sichern.

Besonders stolz bin ich dann, dass ich die Offenheit habe, ohne Vorurteile auf selbst noch so fremdländisch anmutende Menschen zuzugehen.


Mit dreckigen Füßen geht man nicht ins Bett

Es war jeden Abend das gleiche Ritual. Irgendwann sagte einer meiner Erziehungsberechtigten zu mir: "es wird Zeit für Dich ins Bett zu gehen. Ab ins Bad mit Dir und wasch Dir die Füße! Mit dreckigen Füßen geht man nicht ins Bett." Dabei wusste ich das doch durch tägliches Training schon längst. Man hatte sich am Abend beginnend im Gesicht von oben nach unten zu waschen. Immer gleich, jeden Tag dasselbe.

Zur Zeit ist es schön warm und ich tue nichts lieber im Sommer als den ganzen Tag barfuss zu laufen. So auch gestern. Nachmittag fing es zu regnen an, doch es war wunderbar, den kühlen Regen an den nackten Füßen zu spüren. Tat richtig gut, durchs nasse Gras zu streifen, über die schwarze nasse Gummimatte vor dem Haus zu laufen, die immer schwarz abfärbt, wenn sie nass wird.

Abend saßen mein Mann und ich vor dem Fernseher und schauten eine Sendung, in der über die wunderbaren Inhaltsstoffe der Heidelbeeren berichtet wurde. Gerade als die Sprecherin sagte: "Je dunkler die Farbe der Früchte desto besser die Inhaltsstoffe", ja, eben in diesem Moment sah ich ganz zufällig auf meine Fußsohlen, die kohlschwarz waren. Lachend hob ich einen Fuß, zeigte meinem Mann den schmutzigen Fuß und sagte: "Na dann hab ich ja gute Füße."

Bald darauf gingen wir zu Bett und es begann die übliche Routine. Ich ging ins Bad, wusch mich wie schon seid fast 47 Jahren von oben nach unten. In Gedanken spulte sich der alte Spruch ab: "Wasch Dir die Füße! Mit dreckigen Füßen geht man nicht ins Bett." Doch ich tat es nicht. Mit meinen schwarzen Füßen ging ich ins Bett. Als mein Mann dann an meinem Bett vorbeiging streckte ich ihm die schmutzigen Füße entgegen. Ich wollte es hören! Hier und jetzt von ihm wollte ich es hören (und dann kichernd im Bad verschwinden und meine Füße waschen: "Wasch Dir die Füße! Mit schmutzigen Füßen geht man nicht ins Bett" - Doch was machte mein Mann? Er sagte grinsend zu mir: "Ach, gehst Du heute mit schmutzigen Füßen ins Bett? Ja wenn Dir das so gefällt."

Auf einmal wurde es mir bewusst. Kein Mensch auf der ganzen Welt konnte mich dazu zwingen meine Füße zu waschen! Mich überkam ein Gefühl als wäre ich frei und leicht wie ein Vogel der sich in die Lüfte schwingt. Ich war so glücklich, dass ich mit einem Lächeln im Gesicht und meinen dreckigen Füßen eingeschlafen bin.


Hier finden Sie mein neues Gästebuch

 

zum Gästebuch

 

Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 03.02.2010

©Ruth Gall alle Rechte vorbehalten. Alle Artikel, Gedichte und Bilder unterliegen dem Urheberrecht Veröffentlichung, Druck, Zitate nur nach vorheriger Genehmigung, ausschließlich über Ruth Gall
Rechtliche Hinweise dazu und zu den auf diesen Seiten veröffentlichten Links lesen Sie
hier